Olympische Spiele

Großveranstaltungen wie Olympische Spiele, Weltausstellungen oder Fußballweltmeisterschaften werden als Lokomotive für die Entwicklung einer Nation sowie einer Stadt genutzt. Mit enormem Aufwand wird ein Ereignis inszeniert um die Aufmerksamkeit der Menschen zu fokussieren.

 

Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870–71 erlitten die Franzosen eine Niederlage. Baron Pierre de Coubertin erblickte daraufhin im Sport eine doppelte Chance. Eine intensivierte körperliche Ertüchtigung könnte die französischen Soldaten stärken und zugleich ließe sich der Wettkampf vielleicht vom Schlachtfeld in die Arena verlagern. Eine Wiederbe-lebung der Olympischen Spiele sollte ein friedliches Zusammenleben und eine internationale Verständigung bewirken.

1896 fanden die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit im Ursprungsland, im griechischen Athen statt. Ein Internationales Olympisches Komitees (IOC) wurde gegründet um die Spiele zu organisieren. Der Erfolg dieser ersten Spiele war so groß, dass eine Wiederholung in verschiedenen Ländern als wünschenswert erschien. Kämpften 1896 noch 262 Athleten aus 13 Ländern um Medaillien so waren es 2008 bereits 11.000 Athleten aus 204 Ländern. 1900 in Paris und 1904 in St. Louis fanden die Olympischen Spiele parallel zu den Weltaus-stellungen statt. Die lange Dauer und die Konkurrenz der Sensationen schwächte das Interesse am sportlichen Wettkampf.

 

Der Nationalsozialistische Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, führte 1936 bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin den Fackellauf ein. Der Rüstungskonzern Krupp produzierte die dafür nötigen Fackeln aus Holz und Metall in der Form eines Ölbaumblatts. Sonnenstrahlen, mit Hilfe eines Brennspiegels gebündelt, entzündeten im griechischen Olympia das Feuer. Eine Läuferstaffette trug die Fackeln in 12 Tagen und 11 Nächten bis nach Berlin. Leni Riefenstahl verewigte dieses Ereignis in dem filmischen Propagandaepos „Olympia“.