Der Computerscreen wird zum Fernseher, der Fernseher wird zum Computerscreen. Digitales Fernsehen wird mobil und interaktiv und kann in variablen Auflösungen- von klein bis hochauflösend - übertragen werden. Der Fernsehmarkt steht zunehmend mehr Anbietern offen, unabhängig davon, ob sie ihre Programme als Special-Interest-Kanäle oder als Video on Demand anbieten möchten. Nutzer können zwischen einer unbegrenzten Anzahl an freien und kostenpflichtigen Filmen und Sendungen wählen.

 

Mittels eines Rückkanals lassen sich neue Angebote entwickeln. Die Zuschauer können, einkaufen, abstimmen, sich zu Wort melden, spielen, raten, wetten, etc. Die Mediengeschichte ist jung und hat eine rasante Entwicklung genommen. Es ist nicht anzunehmen, dass diese Entwicklungsgeschichte bereits ihren Endpunkt erreicht hat.

 

Neue Technologien revolutionieren nicht zwangs-läufig unsere Gewohnheiten. Viele Erfindungen hatten keinen Erfolg. Neue Technologien brauchen mitunter auch ihre Zeit, bis sie sich wie eine Epidemie verbreiten - siehe Auto, Telefon, Fernsehen, Computer, Handy, etc.

 

Das klassische Fernsehprogramm langweilt inzwischen viele Menschen. Angeblich finden 81 Prozent der Deutschen oft nichts, was sie interessiert. Der Wettbewerb um Sensationen hat ein Niveau erreicht ,das echte Überraschungen immer seltener macht. Fiktion und Wirklichkeit haben sich vermischt und so kommt es vor, dass ein Tsunami wie ein Dejavue von ‚the day after tomorrow’ erscheint.

 

In der gegenwärtigen Bilderflut werden wir ständig mit perfekten Illusionen konfrontiert. Wir haben den Glauben an die Bilder verloren. Das klassische Fernsehen hat seinen Zenit überschritten.

 

Die Beschäftigung mit Internet und Spielkonsolen raubt dem Fernsehen Aufmerksamkeit. Jeder dritte Jugendliche würde eher auf Fernsehen und Internet verzichten, als auf sein Mobiltelefon. Die Trends zeigen, dass Medienkonsumenten aktiver werden und von einer reinen Medienberieselung langsam Abschied nehmen um zumindest selbst ihren Medienkonsum zu gestalten.

 

Die Hoffnungen der 90er Jahre auf eine Medien-revolution haben sich nicht erfüllt, die Entwicklung ist dennoch nicht aufzuhalten. Der Konsument will alles, jederzeit und überall und wird es auch bekommen. Neue Geschäftsmodelle werden entstehen. Die bestehenden Marktteilnehmer verteidigen ihre Marktposition oder wollen neue Geschäftsfelder erobern. Neue Teilnehmer drängen auf den Markt. Die neuen Medien verändern die Werbelandschaft und somit auch die Finanzierbarkeit einzelner Medienangebote.

 

Netzwerktechnologien werden das Fernsehen, wie wir es kennen, nicht ersetzen, aber grundlegend verändern. Die zeitabhängigen, linearen Fernseh-kanäle werden durch zeitunabhängige, interaktive Angebote erweitert. Nur jene Marktteilnehmer werden langfristig erfolgreich sein, die es verstehen, die neuen technischen Möglichkeiten optimal zu nutzen. ...

10 Thesen zu IPTV, Kommunikation mit bewegten Bildern

München | 2005