Art and Design Magazine | 096 | 2007/12

Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit

"Design is a continuously evolutionary, dialogical process - Österreich ist ein kleines Land. Seine kontrastreiche Landschaft und bewegte Geschichte bietet den Menschen, die hier leben und arbeiten, ein prägnantes Bezugsfeld, welches erlaubt, in pointier-ter Form eigene Positionen zu finden. Gestalterischer Reichtum, in der Musik, der Architektur, den bilden-den und darstellenden Künsten und im Design bilden einen anspruchsvollen Rahmen, auf den sich die Aufgabe neue Formen kommunikativen Ausdrucks zu entwickeln beziehen kann.

 

Bei aller Liebe zum Fortschritt in Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur, ist Geschichte in Österreich allgegenwärtig erlebbar geblieben. Damit Neues attraktiv erscheint, muss es sich hier immer auch noch den Vergleich mit historischen Beispielen gefallen lassen. Art & Design muss in diesem Umfeld überzeugen und sich auch respektlose Fragen gefallen lassen.

 

Ein altes Sprichwort besagt - ‚Es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht.’ Die Menschen in Österreich stehen Neuem insofern tolerant gegenüber, als sie die Erfahrung geprägt hat, dass schon vieles, was laut ins Leben getreten ist, wieder verschwand und nicht alles, was erscheint sie auch unmittelbar betrifft. Sie haben auch gelernt eine Freude in der Beobachtung des Scheiterns oder des seltenen Erfolgs ausge-fallener Ideen zu gewinnen.

Das Individuelle, Eigenartige, Seltsame, Ausgefallene, Unorthodoxe wird, wenn auch oft mit Befremden und aus respektvoller Distanz, mit Interesse beobachtet. Gestalterische Innovation genießt Aufmerksamkeit. Österreich bietet einen fruchtbaren Boden für gestalterische Arbeit in Kunst und Design.

 

Österreichisches Design genießt auch international hohes Ansehen und hat immer wieder durch inno-vative Ansätze auf sich aufmerksam gemacht. Um in einer Welt allgegenwärtiger Informationsfluten noch Interesse zu wecken, müssen Emotionen ange-sprochen werden und um Orientierung zu bieten, muss immer auch sichtbar werden, wer, mit welchen Absichten zu uns spricht.

 

Das Eigenwillige, das Besondere, das Unterscheid-bare gewinnt in einer Welt vereinheitlichter Standards erneut an Bedeutung. Während sich vorallem jene Menschen, die oft in ferne Länder reisen freuen, auch dort Vertrautes vorzufinden, würde ohne die wahrnehmbaren regionalen Unter-schiede das Reisen seinen Reiz einbüßen. Ohne deutlich unterscheidbare visuelle Identitäten würden wir auch jede Orientierung verlieren. Wirtschaftliches Denken hat das Verhältnis der Österreicher zur eigenen Kultur noch nicht gänzlich überlagert. ..."